Zuwanderung und Integration

Der Begriff der Integration beschreibt die Verbindung einer Vielzahl von verschiedenen Personen oder Gruppen zu einer gesellschaftlichen Einheit. Die Integration hat zum Ziel, alle in unserem Land lebenden Menschen in die Gesellschaft einzubeziehen. Dieses Ziel ist im Gesetz zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen festgeschrieben (Ministerium des Innern des Landes Nordrhein Westfalen 2020: § 1). Als staatliche Aufgabe ist die Integration erst im Zuwanderungsgesetz im Jahr 2005 festgeschrieben worden. Die Definition einer staatlichen Aufgabe heißt jedoch nicht, dass gleiche Teilhabechancen oder Gleichbehandlung für Migranten und ihre Familien per se gelten.

Der alltägliche Integrationsprozess ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und findet dort statt, wo Menschen tatsächlich aufeinandertreffen. Somit ist für eine erfolgreiche Integration ein Engagement in nahezu allen Lebensbereichen vonnöten. Die Adressatinnen und Adressaten einer erfolgreichen Integration sind nicht nur die Menschen mit Migrationshintergrund, sondern ebenfalls die Menschen, die bereits Mitglieder der bestehenden Gesellschaft sind.

Die Stadt Wuppertal verzeichnet im Jahr 2018 eine Einwohnerzahl von knapp 360.000. Von diesen Menschen haben ca. 20% einen Migrationshintergrund (Statistik Datenbank der Stadt Wuppertal). Die Zuwanderung nach Wuppertal ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im gesamtstädtischen Durchschnitt haben mittlerweile 37,8% der Wuppertaler/Wuppertalerinnen eine Zuwanderungsgeschichte. Die Politik und die Gesellschaft fordern, einen durch Chancengleichheit und Gleichbehandlung geprägten Zugang zu allen wichtigen Bereichen der Gesellschaft zu ermöglichen. Einen wichtigen Bereich stellen die Suchtprävention und der Zugang zum Suchthilfesystem für Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte dar. Aus diesem Grund möchte die Beratungsstelle für Drogenprobleme e.V. die bereits bestehenden Integrationsprozesse unterstützen, der Entwicklung einer Suchterkrankung vorbeugen und dabei helfen, Zugänge zum Suchthilfesystem zu erleichtern. Schon jetzt haben etwa 30% der Menschen, die die Beratungsstelle für Drogenprobleme aufsuchen, einen Migrationshintergrund. Diesen Personen soll eine ebenso gute Beratung angeboten werden wie Menschen ohne Migrationshintergrund. Dazu ist eine stetige Qualifikation von Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen resp. Multiplikatoren/Multiplikatorinnen erforderlich. Zudem soll mit den Angeboten dazu beigetragen werden, das Zusammenleben, die Begegnung sowie die Endstigmatisierung von Menschen zu fördern und so Integration zu ermöglichen.

Der Stadtrat hat im Dezember 2019 beschlossen, der Beratungsstelle für Drogenprobleme e.V. einmalig eine Summe von 50.000 € für Integrationsarbeit zur Verfügung zu stellen. Die Mittel sind für die Schulung von Multiplikatoren/Multiplikatorinnen, für die Suchtprävention, für die Beratung von Zugewanderten und Flüchtlingen, sowie für die muttersprachliche Beratung von Zugewanderten einzusetzen. Eine Kooperation mit dem Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal ist bereits verbindlich vereinbart.

Die Beratungsstelle für Drogenprobleme e.V. ist Teil eines Netzwerks des Suchthilfesystems in Wuppertal. In diesem Netzwerk besteht eine sehr enge Kooperation mit den anderen Suchthilfeträgern (Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe e.V., Blaues Kreuz, Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V.) und der Sucht-Selbsthilfe. Im Bereich der Zuwanderung und Integration übernimmt die Beratungsstelle für Drogenprobleme e.V. eine Lotsenfunktion für das trägerübergreifende Suchthilfenetzwerk und vermittelt je nach Bedarf an Kooperationspartner.

Integration ist ein andauernder Prozess und ermöglicht Wandel. Aus diesem Grund ist dieses Integrationskonzept nicht abgeschlossen, sondern eröffnet die Möglichkeit einer permanenten Weiterentwicklung der Gestaltungs- und Umsetzungsideen. Aufgrund der aktuellen Situation um das Corona-Virus müssen im weiteren Verlauf ggf. Anpassungen der einzelnen Angebote erfolgen (z.B. eine Anpassung bzw. Reduzierung der Teilnehmerzahl).

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